Der Weltbienentag wurde 2017 von den Vereinten Nationen auf den Geburtstag des slowenischen Imkers und Künstlers Anton Janša gelegt. Janša wurde am 20. Mai 1734 geboren und gilt als Pionier der modernen Imkerei. Im Jahr 1769 legte er seine Prüfung ab und wurde Imker bei der Niederösterreichischen Landwirtschaftsgesellschaft. Anschließend übernahm er eine Stelle als Lehrer an der Imkereischule in Wien.
Während seiner beruflichen Laufbahn als Imker reiste Janša durch österreichische Provinzen und verbreitete eine innovative Methode, Bienen zu Buchweizenweiden zu transportieren. Er revolutionierte außerdem die Technik des Baus von Bienenstöcken, indem er deren Größe und Form veränderte – diese Modelle sind bis heute in Slowenien verbreitet. Janša wies auch nach, dass die Bienenkönigin während des Fluges begattet wird und deshalb gemeinsam mit den Bienen zu den Weideflächen ausfliegt.
Seinen Ruhm verdankte er seinen Vorträgen, in denen er sein beeindruckendes Wissen über das Verhalten der Bienen weitergab. Zu diesem Thema schrieb er auch zwei Bücher: „Abhandlung vom Schwärmen der Bienen“ sowie „Vollständige Lehre von der Bienenzucht“, die 1775 posthum veröffentlicht wurde. Viele seiner Beobachtungen sind bis heute aktuell und werden in der modernen Imkerei genutzt.
In der heutigen Zeit haben wir jedoch mehr Gründe zur Sorge als zum Feiern. Das Verschwinden von Bienenpopulationen ist inzwischen zu einem so weit verbreiteten Phänomen geworden, dass es einen eigenen Namen erhalten hat: CCD, also Colony Collapse Disorder – das Massensterben von Bienenvölkern. Während der Einsatz von für sie tödlichen Insektiziden eine der größten Gefahren für bestäubende Insekten darstellt, haben Wildbestäuber ein zusätzliches Problem: Der Mensch verändert ihre natürlichen Lebensräume. Er versiegelt Flächen, mäht Rasen kurz und entfernt morsche Bäume. In unseren Städten, aber auch in ländlichen Gebieten, gibt es immer weniger Orte, an denen Wildbienen leben können.
Immer neue wissenschaftliche Berichte zeigen, dass Bienen und andere Bestäuber seit Jahren ums Überleben kämpfen. In Europa leben fast 1.600 Arten aus der Familie der Bienen, davon etwa 470 in Polen. Schätzungen zufolge sind derzeit rund 9,2 Prozent von ihnen vom Aussterben bedroht, weitere 5,2 Prozent könnten in den kommenden Jahren gefährdet sein.
Wir müssen uns bewusst machen: Wenn wir die Umwelt verändern, ohne natürliche Lebensräume zu erhalten, wenn wir Monokulturen schaffen, die das Nahrungsangebot einschränken, wenn wir chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen, die Bestäubern schaden, und wenn wir weitere Grünflächen bebauen, tragen wir zu einem drastischen Rückgang ihrer Populationen bei. Selbst die besten agrotechnischen Maßnahmen, Düngung und chemischer Pflanzenschutz auf Feldern und in Obstgärten werden sich ohne Bestäuber nicht in höhere Erträge übersetzen.